{"id":2775,"date":"2023-06-07T19:41:00","date_gmt":"2023-06-07T17:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/steffi-luka.de\/?p=2775"},"modified":"2026-01-30T13:09:24","modified_gmt":"2026-01-30T12:09:24","slug":"saint-jean-pied-de-port","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/steffi-luka.de\/en\/saint-jean-pied-de-port\/","title":{"rendered":"Saint-Jean-Pied-de-Port"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Anreise, 06.\/07. Juni 2023<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Jetzt ist es tats\u00e4chlich soweit. Seit Tagen wechseln meine Gef\u00fchle von \u00bbIch m\u00f6chte endlich los\u00ab zu \u00bbIch m\u00f6chte \u00fcberhaupt nicht los\u00ab. Es kommt mir vor, als w\u00fcrde ich Freunde und Familie im Stich lassen, einfach abhauen und nicht mehr wieder kommen. Ganz seltsam. Vorgestern kam ich erst von einer dreit\u00e4gigen Europatour aus Budapest, Athen und Glasgow zur\u00fcck, und gestern bin ich dann den ganzen Tag nur doof rumgesessen. Ich mu\u00dfte oft weinen, ob es an der Aufregung liegt? Dabei bin ich es doch als Flugbegleiterin gewohnt st\u00e4ndig weg zu sein, und abenteuererprobt bin ich auch, wovor habe ich also Angst? Und ist es \u00fcberhaupt Angst, oder bin ich einfach nur unsicher, weil ich diesmal so gar nicht einsch\u00e4tzen kann, was mich in den n\u00e4chsten sechs Wochen erwartet?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich schlie\u00dflich am Morgen des 06. Juni meinen Rucksack schultere und die T\u00fcr hinter mir zu ziehe, f\u00fchlen sich meine Beine an wie Pudding. Meine H\u00e4nde sind klitschnass, und mir ist schlecht, als ich im Bus zum Bahnhof sitze. Ich habe das Gef\u00fchl jeder starrt mich an, und ich frage mich, wieviele Leute eigentlich die Jakobsmuschel an meinem Rucksack wahrnehmen und wissen, was es damit auf sich hat. Ehrlich gesagt, wusste ich es bis vor Kurzem auch nicht, aber die Muschel gilt als Zeichen der Pilger, die auf dem Weg nach Santiago de Compostela unterwegs sind, wo sich das Grab des Heiligen&nbsp;Jakobus befindet, dem Schutzpatron der Pilger. Ich habe mir gedacht, auch wenn ich nicht pilgere&nbsp; im Sinne von religi\u00f6sen Gr\u00fcnden, vielleicht sollte ich trotzdem so eine Muschel an meinen Rucksack binden. Und weil mein Mann David grunds\u00e4tzlich nichts wegschmei\u00dft, besitzt er auch noch ein paar Jakobsmuscheln seines letzten Muschelmahls, von denen er eine f\u00fcr mich mit Liebe opfert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignfull is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center has-ast-global-color-6-background-color has-background has-small-font-size\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><a href=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-rucksack-hernebf.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-rucksack-hernebf-768x1024.jpg\" alt=\"Mein Rucksack steht am Bahnhof auf dem Bahnsteig an eine Bank angelehnt. Leute warten im Hintergrund auf ihren Zug.\" class=\"wp-image-2825 size-full\" srcset=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-rucksack-hernebf-768x1024.jpg 768w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-rucksack-hernebf-225x300.jpg 225w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-rucksack-hernebf.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"color:#840a0a\">Meine Anreise nach Saint-Jean-Pied-de-Port wird hoffentlich folgenderma\u00dfen ablaufen:<br>Am Herner Bahnhof bin ich ja nun angekommen. Von hier geht es mit dem Zug nach K\u00f6ln und weiter mit dem Thalys nach Paris-Nord. Wenn ich da ankomme, laufe ich nach Montparnasse, das auf der andere Seite der <em>Seine<\/em> liegt. Hier habe ich ein Bett in einem 4-Bett Zimmer eines Hostels gebucht. Mitten in Paris mein Zelt aufzuschlagen halte ich dann doch f\u00fcr etwas unrealistisch.<br>Morgen fahre ich dann weiter nach Bayonne und schlie\u00dflich nach Saint-Jean-Pied-de-Port, wo ich am fr\u00fchen Nachmittag ankommen sollte.&nbsp;<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n<style>.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_605e20-2c, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_605e20-2c[data-kb-block=\"kb-adv-heading2775_605e20-2c\"]{font-style:normal;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_605e20-2c mark.kt-highlight, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_605e20-2c[data-kb-block=\"kb-adv-heading2775_605e20-2c\"] mark.kt-highlight{font-style:normal;color:#f76a0c;-webkit-box-decoration-break:clone;box-decoration-break:clone;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_605e20-2c img.kb-inline-image, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_605e20-2c[data-kb-block=\"kb-adv-heading2775_605e20-2c\"] img.kb-inline-image{width:150px;vertical-align:baseline;}<\/style>\n<h4 class=\"kt-adv-heading2775_605e20-2c wp-block-kadence-advancedheading\" data-kb-block=\"kb-adv-heading2775_605e20-2c\">Paris-Nord<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ganze verl\u00e4uft ziemlich unspektakul\u00e4r, denn ich verpasse weder meinen Zug, noch wird entgegen meiner Vermutung in Paris der \u00f6ffentliche Verkehr bestreikt. In Paris-Nord angekommen irre etwas verloren durch den Bahnhof, denn ich finde die Toilette nicht. Als ich sie schlie\u00dflich finde, erinnere ich mich, da\u00df ich ja gar kein Kleingeld habe, weil das in der Summe zu viel wiegt. Die Blase dr\u00fcckt, und ich bin schon im Begriff meinen Schlapphut aufzuhalten um eine milde Gabe zu erbetteln, als ich einen Kartenleser neben dem M\u00fcnzschlitz entdecke. Erstaunlich, denke ich, noch nie zuvor habe ich meine Notdurft mit Kreditkarte bezahlt. Und dann stehe ich da in der engen Kabine mit dem fetten Rucksack auf dem Buckel und drehe mich nach links, nach rechts und versuche in die Hocke zu gehen und meine Hose runter zu ziehen. Ich bin noch ziemlich unbeholfen mit der Handhabung, denn auf Dauer ist der Rucksack doch recht schwer und ich frage mich einmal mehr, soll ich ihn besser absetzen oder aus Bequemlichkeit an lassen? Es ist so, als wiege ich schlagartig zehn Kilogramm mehr, hoffentlich gew\u00f6hne ich mich schnell an diesen Zustand. Am Ende habe ich ihn angelassen, falls es jemanden interessiert, aber es war ein Akt der Balance.<\/p>\n\n\n<style>.kb-row-layout-id2775_09217c-b8 > .kt-row-column-wrap{align-content:start;}:where(.kb-row-layout-id2775_09217c-b8 > .kt-row-column-wrap) > .wp-block-kadence-column{justify-content:start;}.kb-row-layout-id2775_09217c-b8 > .kt-row-column-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);row-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);max-width:var(--wp--style--global--content-size);padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);grid-template-columns:minmax(0, calc(55% - ((var(--global-kb-gap-md, 2rem) * 1 )\/2)))minmax(0, calc(45% - ((var(--global-kb-gap-md, 2rem) * 1 )\/2)));}.kb-row-layout-id2775_09217c-b8 > .kt-row-layout-overlay{opacity:0.30;}@media all and (max-width: 1024px){.kb-row-layout-id2775_09217c-b8 > .kt-row-column-wrap{grid-template-columns:minmax(0, 2fr) minmax(0, 1fr);}}@media all and (max-width: 767px){.kb-row-layout-id2775_09217c-b8 > .kt-row-column-wrap{grid-template-columns:minmax(0, 1fr);}}<\/style><div class=\"kb-row-layout-wrap kb-row-layout-id2775_09217c-b8 alignnone wp-block-kadence-rowlayout\"><div class=\"kt-row-column-wrap kt-has-2-columns kt-row-layout-left-golden kt-tab-layout-inherit kt-mobile-layout-row kt-row-valign-top kb-theme-content-width\">\n<style>.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col{display:flex;}.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col,.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col:before{border-top-left-radius:0px;border-top-right-radius:0px;border-bottom-right-radius:0px;border-bottom-left-radius:0px;}.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col{row-gap:0px;column-gap:var(--global-kb-gap-sm, 1rem);}.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:flex-start;}.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col > .aligncenter{width:100%;}.kt-row-column-wrap > .kadence-column2775_b07093-29{align-self:flex-start;}.kt-inner-column-height-full:not(.kt-has-1-columns) > .wp-block-kadence-column.kadence-column2775_b07093-29{align-self:auto;}.kt-inner-column-height-full:not(.kt-has-1-columns) > .wp-block-kadence-column.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:flex-start;}.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col:before{opacity:0.3;}.kadence-column2775_b07093-29{position:relative;}@media all and (max-width: 1024px){.kt-row-column-wrap > .kadence-column2775_b07093-29{align-self:flex-start;}}@media all and (max-width: 1024px){.kt-inner-column-height-full:not(.kt-has-1-columns) > .wp-block-kadence-column.kadence-column2775_b07093-29{align-self:auto;}}@media all and (max-width: 1024px){.kt-inner-column-height-full:not(.kt-has-1-columns) > .wp-block-kadence-column.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:flex-start;}}@media all and (max-width: 1024px){.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:flex-start;}}@media all and (max-width: 767px){.kt-row-column-wrap > .kadence-column2775_b07093-29{align-self:flex-start;}.kt-inner-column-height-full:not(.kt-has-1-columns) > .wp-block-kadence-column.kadence-column2775_b07093-29{align-self:auto;}.kt-inner-column-height-full:not(.kt-has-1-columns) > .wp-block-kadence-column.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:flex-start;}.kadence-column2775_b07093-29 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:flex-start;}}<\/style>\n<div class=\"wp-block-kadence-column kadence-column2775_b07093-29 kb-section-dir-vertical\"><div class=\"kt-inside-inner-col\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt habe ich acht Kilometer Fu\u00dfweg zu meinem Hostel in Montparnasse vor mir. Ich laufe vorbei am Notre Dame die Rue Saint-Martin Richtung S\u00fcden. Stellenweise ist das Symbol der Jakobsmuschel im Boden eingelassen und mir wird bewusst, da\u00df ich mich bereits auf einem Teil des Jakobswegs befinde. Entlang dieser viel befahrenen Hauptstra\u00dfe ist er jedoch f\u00fcrchterlich. Hier ist es dreckig, voll und laut, ich werde ohne Unterbrechung von Polizei- und Krankenwagensirenen begleitet. Und es ist wahnsinnig hei\u00df! Ich habe viel zu wenig Wasser und kaufe in einem kleinen Laden eine neue Flasche. Nachdem ich bezahlt habe fragt mich der Verk\u00e4ufer, ob er meine leere Flasche auch auff\u00fcllen soll, was ich gerne annehme, und prompt ist der Rucksack wieder zwei Kilo schwerer.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<style>.kadence-column2775_e299b3-30 > .kt-inside-inner-col,.kadence-column2775_e299b3-30 > .kt-inside-inner-col:before{border-top-left-radius:0px;border-top-right-radius:0px;border-bottom-right-radius:0px;border-bottom-left-radius:0px;}.kadence-column2775_e299b3-30 > .kt-inside-inner-col{column-gap:var(--global-kb-gap-sm, 1rem);}.kadence-column2775_e299b3-30 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;}.kadence-column2775_e299b3-30 > .kt-inside-inner-col > .aligncenter{width:100%;}.kadence-column2775_e299b3-30 > .kt-inside-inner-col:before{opacity:0.3;}.kadence-column2775_e299b3-30{position:relative;}@media all and (max-width: 1024px){.kadence-column2775_e299b3-30 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:center;}}@media all and (max-width: 767px){.kadence-column2775_e299b3-30 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:center;}}<\/style>\n<div class=\"wp-block-kadence-column kadence-column2775_e299b3-30\"><div class=\"kt-inside-inner-col\"><style>.kb-image2775_52e29b-27.kb-image-is-ratio-size, .kb-image2775_52e29b-27 .kb-image-is-ratio-size{max-width:500px;width:100%;}.wp-block-kadence-column > .kt-inside-inner-col > .kb-image2775_52e29b-27.kb-image-is-ratio-size, .wp-block-kadence-column > .kt-inside-inner-col > .kb-image2775_52e29b-27 .kb-image-is-ratio-size{align-self:unset;}.kb-image2775_52e29b-27 figure{max-width:500px;}.kb-image2775_52e29b-27 .image-is-svg, .kb-image2775_52e29b-27 .image-is-svg img{width:100%;}.kb-image2775_52e29b-27 .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}<\/style>\n<div class=\"wp-block-kadence-image kb-image2775_52e29b-27\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-muschel-paris.jpg\" class=\"kb-advanced-image-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" width=\"699\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-muschel-paris-699x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"kb-img wp-image-2803\" srcset=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-muschel-paris-699x1024.jpg 699w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-muschel-paris-205x300.jpg 205w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-muschel-paris-768x1125.jpg 768w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-muschel-paris.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 699px) 100vw, 699px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n<\/div><\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meinem Hostel angekommen, kriege ich zum ersten Mal das Pilgerdasein zu sp\u00fcren. Mir wird das obere Bett eines Etagenbetts in einer kleinen Kammer zugewiesen, welche in einer Art Innenhof liegt. Diese Kammer hat aber auch was gem\u00fctliches, denn die Betten haben jeweils einen Vorhang f\u00fcr etwas Privatsph\u00e4re. Erinnert mich etwas an die Kojen f\u00fcr die Crew in unseren Flugzeugen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-enjoy-hostel.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"634\" src=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-enjoy-hostel-1024x634.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2819\" srcset=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-enjoy-hostel-1024x634.jpg 1024w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-enjoy-hostel-300x186.jpg 300w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-enjoy-hostel-768x476.jpg 768w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-enjoy-hostel.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">4 Bett Zimmer im Enjoy Hostel in Montparnasse<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Morgend\u00e4mmerung weckt die Amsel. Ihr Gesang begleitet mich durch die leeren Stra\u00dfen von Paris Montparnasse auf dem Weg zum Bahnhof. Die Luft ist k\u00fchl und wirkt irgendwie gereinigt. In der Ferne erblicke ich den Eifelturm, wie aufregend! Ich freue mich auf den bevorstehenden Tag und auf all das was jetzt noch kommt. Es hat schon was Besonderes einfach so in den Tag hinein zu leben und sich um nichts Gedanken machen zu m\u00fcssen, au\u00dfer vielleicht, wo es jetzt zum richtigen Bahnsteig geht. Seltsam, ich mu\u00df durch einen Seiteneingang in den Bahnhof gelangt sein, hier ist weit und breit kein Mensch, kein Zug, kein Caf\u00e9. Nichts als leere Gleise, und die Anzeigentafel verstehe ich auch nicht. Ich laufe in s\u00e4mtliche Richtungen, bis ich am Ende eines Tunnels Menschen und warmes Licht erkenne. Und tats\u00e4chlich wird am Ende des Tunnels alles gut, ich erhalte bald alle Informationen die ich brauche und genie\u00dfe in Ruhe einen <em>Caf\u00e9 au lait<\/em>. Jetzt kann nichts mehr schief gehen, denke ich und steige prompt in den falschen Zug. Weil mein Sitzplatz hier aber nicht existiert, merke ich den Fehler zum Gl\u00fcck rechtzeitig, und eine Mitreisende erkl\u00e4rt, da\u00df mein Zug derjenige sei, <em>der direkt hinter diesem hier auf dem selben Gleis steht<\/em>. Geht es noch verwirrender?<\/p>\n\n\n<style>.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_df5d9d-dc, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_df5d9d-dc[data-kb-block=\"kb-adv-heading2775_df5d9d-dc\"]{font-style:normal;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_df5d9d-dc mark.kt-highlight, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_df5d9d-dc[data-kb-block=\"kb-adv-heading2775_df5d9d-dc\"] mark.kt-highlight{font-style:normal;color:#f76a0c;-webkit-box-decoration-break:clone;box-decoration-break:clone;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_df5d9d-dc img.kb-inline-image, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading2775_df5d9d-dc[data-kb-block=\"kb-adv-heading2775_df5d9d-dc\"] img.kb-inline-image{width:150px;vertical-align:baseline;}<\/style>\n<h4 class=\"kt-adv-heading2775_df5d9d-dc wp-block-kadence-advancedheading\" data-kb-block=\"kb-adv-heading2775_df5d9d-dc\">Saint-Jean-Pied-de-Port<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bayonne. Ab hier ist es jetzt nur noch eine kleine Bahnfahrt bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Ich habe eine gute Stunde Aufenthalt und warte deshalb drau\u00dfen in der Sonne. Als ich da so stehe und \u00fcberlege, wo ich was zum Essen finden k\u00f6nnte, kommt ein graub\u00e4rtiger fr\u00f6hlich aussehender Mann mit Rucksack aus der Bahnhofshalle und bleibt abrupt stehen, als er mich sieht.<br>\u00bbDo you speak English?\u00ab fragt er breit grinsend und kommt langsam auf mich zu. Der freundliche Pilger hei\u00dft Andrew und kommt aus Australien. Wir verstehen uns auf Anhieb und freuen uns \u00fcber unsere erste Camino Bekanntschaft und dar\u00fcber nicht alleine auf die Bahn warten zu m\u00fcssen. Wie kleine Kinder mit ihren neuen Spielsachen zeigen wir uns unser Equipment, insbesondere all das von dem wir glauben, was sich als ganz besonders n\u00fctzlich erweisen wird. Zum Beispiel tr\u00e4gt Andrew einen Tennisball mit sich, mit dem er sich am Ende eines harten Wandertages die Fu\u00dfsohlen massieren kann. Im Gegenzug pr\u00e4sentiere ich stolz meine faltbare Waschsch\u00fcssel und meinen zwanzig Gramm leichten Mini-Kocher. Wir reden fast ununterbrochen, so da\u00df eine Pilgerin neben uns annimmt, wir seien seit langem befreundet und machen die Reise zusammen. Und ja, fast f\u00fchlt es sich so an.<\/p>\n\n\n<style>.kb-row-layout-id2775_57556b-d8 > .kt-row-column-wrap{align-content:start;}:where(.kb-row-layout-id2775_57556b-d8 > .kt-row-column-wrap) > .wp-block-kadence-column{justify-content:start;}.kb-row-layout-id2775_57556b-d8 > .kt-row-column-wrap{column-gap:var(--global-kb-gap-sm, 1rem);row-gap:var(--global-kb-gap-md, 2rem);padding-top:0px;padding-bottom:0px;grid-template-columns:minmax(0, calc(45% - ((var(--global-kb-gap-sm, 1rem) * 1 )\/2)))minmax(0, calc(55% - ((var(--global-kb-gap-sm, 1rem) * 1 )\/2)));}.kb-row-layout-id2775_57556b-d8 > .kt-row-layout-overlay{opacity:0.30;}@media all and (max-width: 1024px){.kb-row-layout-id2775_57556b-d8 > .kt-row-column-wrap{grid-template-columns:minmax(0, 1fr) minmax(0, 2fr);}}@media all and (max-width: 767px){.kb-row-layout-id2775_57556b-d8 > .kt-row-column-wrap{grid-template-columns:minmax(0, 1fr);}}<\/style><div class=\"kb-row-layout-wrap kb-row-layout-id2775_57556b-d8 alignnone wp-block-kadence-rowlayout\"><div class=\"kt-row-column-wrap kt-has-2-columns kt-row-layout-right-golden kt-tab-layout-inherit kt-mobile-layout-row kt-row-valign-top\">\n<style>.kadence-column2775_9f35e0-d0 > .kt-inside-inner-col,.kadence-column2775_9f35e0-d0 > .kt-inside-inner-col:before{border-top-left-radius:0px;border-top-right-radius:0px;border-bottom-right-radius:0px;border-bottom-left-radius:0px;}.kadence-column2775_9f35e0-d0 > .kt-inside-inner-col{column-gap:var(--global-kb-gap-sm, 1rem);}.kadence-column2775_9f35e0-d0 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;}.kadence-column2775_9f35e0-d0 > .kt-inside-inner-col > .aligncenter{width:100%;}.kadence-column2775_9f35e0-d0 > .kt-inside-inner-col:before{opacity:0.3;}.kadence-column2775_9f35e0-d0{position:relative;}@media all and (max-width: 1024px){.kadence-column2775_9f35e0-d0 > .kt-inside-inner-col{flex-direction:column;justify-content:center;}}@media all and (max-width: 767px){.kadence-column2775_9f35e0-d0 > 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Hier bekommen die Pilger ihren <em>Credential<\/em>, den Pilgerpass, in dem sie ab jetzt idealerweise t\u00e4glich Stempel sammeln, um am Ende beweisen zu k\u00f6nnen, da\u00df sie den Weg tats\u00e4chlich gegangen sind. Wirklich wichtig sind allerdings nur die letzten einhundert Kilometer, um am Ende der Pilgerfahrt in Santiago ihre Urkunde, die <em>Compostela<\/em> entgegen nehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n<\/div><\/div>\n\n\n<p class=\"has-link-color wp-elements-2016f4076c1953f4f9831901583db6ab wp-block-paragraph\">Wer gerne etwas mehr dar\u00fcber lesen m\u00f6chte, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.elcaminoconcorreos.com\/de\/blog\/was-ist-die-compostela-und-wie-bekomme-ich-sie\" target=\"_blank\">hier<\/a> klicken.<br>Ich habe meinen Pilgerpass bereits und bin auch schon registriert. Trotzdem m\u00f6chte ich hier meinen ersten Stempel und ein paar Informationen bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute Nacht werde ich nicht zelten, sondern g\u00f6nne mir nochmals ein Hostel. Hier ist einfach nichts, wo ich unauff\u00e4llig mein Zelt aufschlagen k\u00f6nnte. Bevor ich aber in meiner Unterkunft einchecke, gehe ich mit Andrew zwei Bier trinken. Wir verstehen uns wirklich gut. Wir reden \u00fcber dies und das, unter anderem dar\u00fcber, wie unselbstst\u00e4ndig er in jeglicher Hinsicht sei und hofft, da\u00df sich das auf dem Jakobsweg \u00e4ndert. Es alleine von Australien nach Frankreich geschafft zu haben, sei f\u00fcr ihn schon ein Riesenerfolg. Au\u00dferdem m\u00f6chte er aufh\u00f6ren so viel zu trinken. Einsamkeit, sagt er.<br>Ich mag Andrews australischen Akzent sehr und h\u00f6re ihm gerne zu. Anstelle von \u00bbyes\u00ab sagt er immer \u00bbyeeeh\u00ab, manchmal auch \u00bbyeeeeeeeeh\u00ab, wobei das wohl eher ein Andrew-Ding ist, weniger ein typisch australisches.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein 4-Bett Zimmer in der heutigen Herberge habe ich f\u00fcr mich alleine, was sehr angenehm ist. Weniger angenehm ist jedoch, da\u00df es keine Bettlaken gibt. Das Kissen ist so dick und hart, da\u00df ich stattdessen meinen Kleidersack als solches benutze. Der wird in n\u00e4chster Zeit sowieso mein Kissen sein, wenn ich im Zelt schlafe, also ist das hier schon mal eine kleine Kostprobe. Das Bad ist sehr dreckig, und alles wirkt generell schmuddelig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich f\u00fchle mich etwas einsam, als ich durch die Gassen von Saint-Jean-Pied-de-Port laufe und ein sch\u00f6nes Lokal zum Abendessen suche. Da kommt mir doch tats\u00e4chlich Andrew entgegen, der auch ein Restaurant sucht. Und als wir so zusammen weiter gehen, treffen wir auf eine Japanerin, die scheinbar auch alleine unterwegs ist, und schon sind wir zu dritt. Die junge Frau hei\u00dft Aki und lebt in Kanada. Wir sind ein tolles Trio und erleben einen kurzweiligen Abend zusammen.<br>Andrew ist ungewollt lustig. Einmal meint er, er sei 51 Jahre alt, erw\u00e4hnt aber auch sein Geburtsjahr, n\u00e4mlich 1970. Ich z\u00f6gere, weil das auch mein Geburtsjahr ist, und ich bin definitiv keine 51 mehr.<br>\u00bbSag mal, Andrew, meinst du nicht, da\u00df du 52 bist?\u00ab frage ich. Dieser Blick, w\u00e4hrend es in seinem Kopf arbeitet und dann die Erkenntnis kommt.<br>\u00bbOh yeeeeeeeeh, crikey! Ich denke die ganze Zeit ich bin 51, dabei stimmt das gar nicht\u00ab, bekennt er \u00fcberrascht und zugleich sichtlich geschockt, woraufhin er erst mal einen trinken mu\u00df.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-bruecke-sjpdp.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-bruecke-sjpdp-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2851\" style=\"width:500px\" srcset=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-bruecke-sjpdp-768x1024.jpg 768w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-bruecke-sjpdp-225x300.jpg 225w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-bruecke-sjpdp.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hier auf dieser Br\u00fccke beginnt der Camino Franc\u00e9s. Morgen kommt dann auch f\u00fcr mich der Tag, an dem ich meinen ersten Schritt von eineinhalb Millionen machen werde.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-fluss-sjpdp.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"604\" src=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-fluss-sjpdp-1024x604.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2850\" srcset=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-fluss-sjpdp-1024x604.jpg 1024w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-fluss-sjpdp-300x177.jpg 300w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-fluss-sjpdp-768x453.jpg 768w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-00-fluss-sjpdp.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anreise, 06.\/07. Juni 2023 Jetzt ist es tats\u00e4chlich soweit. Seit Tagen wechseln meine Gef\u00fchle von \u00bbIch m\u00f6chte endlich los\u00ab zu \u00bbIch m\u00f6chte \u00fcberhaupt nicht los\u00ab. Es kommt mir vor, als w\u00fcrde ich Freunde und Familie im Stich lassen, einfach abhauen und nicht mehr wieder kommen. Ganz seltsam. 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