{"id":3136,"date":"2023-06-10T19:51:00","date_gmt":"2023-06-10T17:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/steffi-luka.de\/?p=3136"},"modified":"2026-01-20T10:51:22","modified_gmt":"2026-01-20T09:51:22","slug":"zubiri-pamplona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/steffi-luka.de\/en\/zubiri-pamplona\/","title":{"rendered":"Zubiri &#8211; Pamplona"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Tag 3, 10.Juni 2023<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um halb sieben ist meine Nacht vorbei. Lange habe ich nicht mehr so gut geschlafen. Die meisten meiner Mitschl\u00e4fer liegen noch im Bett, also packe ich auf meiner Matratze sitzend alles so leise wie m\u00f6glich. Sollte ich bald wieder in einer Herberge schlafen, werde ich mir eine andere Strategie ausdenken m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Bar fr\u00fchst\u00fccke ich ein \u00f6liges Toast mit Ei. Die Spanier immer mit ihrem \u00d6l, ich verstehe das gar nicht. Da entdecke ich Anne am Nachbartisch, die Franz\u00f6sin von gestern, aber ich gehe nicht zu ihr r\u00fcber. Es scheint mir, sie wolle lieber alleine sein. Mir ist jetzt auch nicht unbedingt nach Konversation. Aber schon witzig, wie bekannte Gesichter pl\u00f6tzlich wieder woanders auftauchen. Sp\u00e4ter l\u00e4uft Anne dann hinter mir und wir kommen doch noch ins Gespr\u00e4ch. Ich staune \u00fcber ihr gutes Englisch, denn in der Regel sind Franzosen ja eher zur\u00fcckhaltend was Fremdsprachen angeht. Sie erkl\u00e4rt, da\u00df sie die englische Sprache sehr mag und sie deshalb so gut kann. Wir gehen ein St\u00fcck zusammen, reden \u00fcber dies und das, und Anne unterrichtet mich etwas in Sachen Meditation. Dann bleibt sie zur\u00fcck um Fotos zu machen, und ich laufe weiter. Ich stelle fest, da\u00df ich wirklich lieber alleine laufe. Unterhaltungen lenken mich von der Umgebung ab und nat\u00fcrlich auch von den eigenen Gedanken. Bestimmt werde ich das hin und wieder anders sehen, aber im Moment ist das noch so. Anne geht es sicher \u00e4hnlich, ich glaube, das war auch der wirkliche Grund warum sie zur\u00fcck blieb.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-weg-mohn1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-weg-mohn1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3205\" srcset=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-weg-mohn1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-weg-mohn1-300x169.jpg 300w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-weg-mohn1-768x432.jpg 768w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-weg-mohn1.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht heute wieder durch sch\u00f6ne Landschaften, aber auch entlang gepflasterter Stra\u00dfen, die jedoch kaum befahren sind. Steile Passagen sind auch wieder dabei, stellenweise \u00fcber Treppenstufen und glatte Steinplatten. Letztere sind zwar nicht unbedingt rutschig, aber dennoch nur im Trippelschritt machbar.<\/p>\n\n\n<style>.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_cb365c-7d, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_cb365c-7d[data-kb-block=\"kb-adv-heading3136_cb365c-7d\"]{font-style:normal;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_cb365c-7d mark.kt-highlight, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_cb365c-7d[data-kb-block=\"kb-adv-heading3136_cb365c-7d\"] mark.kt-highlight{font-style:normal;color:#f76a0c;-webkit-box-decoration-break:clone;box-decoration-break:clone;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_cb365c-7d img.kb-inline-image, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_cb365c-7d[data-kb-block=\"kb-adv-heading3136_cb365c-7d\"] img.kb-inline-image{width:150px;vertical-align:baseline;}<\/style>\n<h4 class=\"kt-adv-heading3136_cb365c-7d wp-block-kadence-advancedheading\" data-kb-block=\"kb-adv-heading3136_cb365c-7d\">Michael<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann ein erneuter heftiger Abstieg vor dem Ort Zuriain. Vor mir l\u00e4uft ein tollpatschig wirkender kr\u00e4ftiger Mann Mitte f\u00fcnfzig. Er tr\u00e4gt einen gro\u00dfen schwarzen Hut, eine dicke Brille und fuchtelt ungeschickt mit seinen Wanderst\u00f6cken herum.<br>\u00bbTake it easy\u00ab, sage ich zu ihm, als ich ihn \u00fcberhole.<br>\u00bbIt\u2019s <em>not<\/em> easy\u00ab, entgegnet er m\u00fcrrisch und murmelt dann noch irgendein deutsches Wort hinten dran.<br>\u00bbDu bist ja Deutscher\u00ab, stelle ich laut sagend fest, was er mit einem \u00fcberheblichen \u00bbNat\u00fcrlich\u00ab best\u00e4tigt. Ja. <em>Nat\u00fcrlich<\/em> ist er Deutscher und zwar ein ganz typischer.<br>\u00bbIn Deutschland br\u00e4uchte man f\u00fcr so einen Weg eine Genehmigung!\u00ab schimpft er, v\u00f6llig \u00fcberfordert mit den Steinstufen und den matschigen Riefen im Boden auf diesem Abstieg.&nbsp;<br>\u00bbWie f\u00fcr fast alles in Deutschland.\u00ab bemerke ich zynisch.<br>\u00bbDas ist auch gut so!\u00ab meint er.<br>Auf so einen habe ich jetzt echt noch gewartet. Ich w\u00fcnsche dem Miesepeter einen <em>buen camino<\/em> und mache mich vom Acker.<br>\u00bbWie weit ist es noch bis Zuriain?\u00ab ruft er mir hinterher.<br>\u00bbWei\u00df nicht\u00ab, antworte ich, \u00bbich laufe einfach nur.\u00ab<br>Und jetzt nichts wie weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sch\u00f6n es ist hier im Wald am Rio Arga entlang zu laufen. Ich setze mich einen Moment ans Ufer und genie\u00dfe die Stille. Alles was ich h\u00f6re sind die V\u00f6gel und das Pl\u00e4tschern des Wassers, solange, bis wieder neue Pilger daher kommen. Ich h\u00f6re sie schon von weitem, entweder am Klacken ihrer Wanderst\u00f6cke auf dem Boden oder weil sie nonstop quasseln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter einer Kurve f\u00fchrt eine Br\u00fccke \u00fcber den Flu\u00df in die Ortschaft Zuriain. Direkt an dieser Br\u00fccke ist herrlich gelegen eine Herberge mit Gartencaf\u00e9, in das ich einkehre. Habe das hier kurz gefilmt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\" style=\"margin-top:0;margin-right:0;margin-bottom:0;margin-left:0\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"La Parada de Zuriain\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/19gDxRxc7Fc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kaufe mir ein Tortilla Sandwich zum Mitnehmen, lasse mir einen Stempel geben und genehmige mir eine kalte Cola. Als ich da so sitze und meine Pause genie\u00dfe, platzt der Deutsche ungefragt zu mir und l\u00e4\u00dft sich schnaufend auf die Bank mir gegen\u00fcber an meinen Tisch fallen.<br>\u00bbAch,\u00ab sage ich nicht sonderlich erfreut, \u00bbdu auch hier\u2026\u00ab<br>\u00bbWas gibt es denn hier so?\u00ab fragt der Deutsche wohl davon ausgehend, da\u00df ich seine Gesellschaft begr\u00fc\u00dfe.<br>\u00bbDas \u00fcbliche. Tortilla und Bocadillos.\u00ab<br>Er steht auf, geht an die Theke und kommt wieder mit einem Tablett, und als er es abstellt, ungeschickt wie er mir bereits vorkam, schmei\u00dft er seinen Kaffee um, und alles l\u00e4uft ihm aufs Tablett und \u00fcber seine Hose.<br>\u00bbHei\u00df?\u00ab frage ich leicht schadenfroh.<br>\u00bbJa sicher, und wie, was denkst du denn?\u00ab antwortet er gereizt und beginnt hektisch seine Hose abzutupfen.<br>\u00bbWarte,\u00ab sage ich, \u00bbich hole dir einen neuen Kaffee.\u00ab<br>Der arme Kerl tut mir fast schon Leid, weil er so ist wie er ist. Als ich nach erneutem ewigen Anstehen an der Theke zum Tisch zur\u00fcck komme, futtert der Deutsche sein Bocadillo und sagt kein Wort, als ich ihm den Kaffee hin stelle. <em>Och, nichts zu danken<\/em>, sage ich leise vor mich hin, w\u00e4hrend er damit beginnt sich wieder \u00fcber den Weg auszulassen. Gestern habe er schlie\u00dflich auch schon ein Taxi ben\u00f6tigt, der Weg sei ja auch unm\u00f6glich, wo doch so viele Leute immer hier herlaufen, den m\u00fcsse man doch besser ausbauen, und sowas alles. Ich gehe nicht darauf ein und denke mir nur meinen Teil. Der Misepeter, der \u00fcbrigens Michael heisst und aus Frankfurt kommt, kauft sich dann noch ein zweites Bocadillo und m\u00f6chte wohl noch etwas hier sitzen bleiben. Soll er machen, mir reicht\u2019s f\u00fcr heute. Ich wette, er f\u00e4hrt sp\u00e4testens morgen mit dem Taxi zum Flughafen, denn der Weg ist ja schlie\u00dflich eine Frechheit. Ich nehme vorweg, ich sehe Michael nicht wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein oberer Po Muskel auf der rechten Seite tut mir seit heute Vormittag weh. Er sticht bei jedem Schritt und wird immer schlimmer. Das kommt bestimmt von dem ungewohnten Gewicht auf den H\u00fcften vom Rucksack. Oder von einer ungl\u00fccklichen Drehung vorgestern, als ich in den Pyren\u00e4en ein Panoramabild gemacht habe, da hatte ich einen kurzen Schmerz, so als h\u00e4tte ich mir was gezerrt. Zwischendurch mu\u00df ich mich jetzt immer wieder hin setzen, und manchmal glaube ich, ich kann nicht weiter laufen, so doll wird der Schmerz. In jedem Fall mu\u00df ich es bis zum n\u00e4chsten Dorf schaffen, da kann ich mir zur Not ein Bett in einer Herberge nehmen.<br>Als ich aber in Villava ankomme, m\u00f6chte ich am liebsten nur weg laufen, so gruselig wirkt dieser Ort auf mich. Es sieht hier aus wie im tiefsten Ostblock, unter keinen Umst\u00e4nden bleibe ich hier. Ist vielleicht ein Zeichen und soll so sein, also Z\u00e4hne zusammen bei\u00dfen und weiter laufen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-villava1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-villava1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3206\" srcset=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-villava1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-villava1-300x169.jpg 300w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-villava1-768x432.jpg 768w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/jak-03-villava1.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin frustriert, als ich mich wiederum im n\u00e4chsten Ort auf eine Mauer setzen mu\u00df. Die Schmerzen sind jetzt fast unertr\u00e4glich. Es sind noch f\u00fcnf Kilometer bis Pamplona, irgendwie mu\u00df ich das schaffen, auch wenn ich auf allen Vieren da ankomme. Und in jedem Fall werde ich da einen Ruhetag einlegen m\u00fcssen, sonst kann ich sp\u00e4testens in ein paar Tagen den Jakobsweg vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich humpele weiter. Die Infrastruktur \u00e4ndert sich merklich, je weiter ich mich der Stadt n\u00e4here. Der Weg f\u00fchrt jetzt entlang viel befahrener Stra\u00dfen, es ist hei\u00df, staubig und laut. Ich bewege mich im gef\u00fchlten Schneckentempo, so da\u00df Pilger die mich \u00fcberholen fragen, ob ich okay sei und ob sie mir helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<style>.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_4efc59-e3, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_4efc59-e3[data-kb-block=\"kb-adv-heading3136_4efc59-e3\"]{font-style:normal;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_4efc59-e3 mark.kt-highlight, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_4efc59-e3[data-kb-block=\"kb-adv-heading3136_4efc59-e3\"] mark.kt-highlight{font-style:normal;color:#f76a0c;-webkit-box-decoration-break:clone;box-decoration-break:clone;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_4efc59-e3 img.kb-inline-image, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading3136_4efc59-e3[data-kb-block=\"kb-adv-heading3136_4efc59-e3\"] img.kb-inline-image{width:150px;vertical-align:baseline;}<\/style>\n<h4 class=\"kt-adv-heading3136_4efc59-e3 wp-block-kadence-advancedheading\" data-kb-block=\"kb-adv-heading3136_4efc59-e3\">Pamplona<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Stunden der Qual erkenne ich eine Festung. Ich bin jetzt so nah an meinem Etappenziel und wei\u00df es gar nicht. Ich erwarte hinter der Stadtmauer eine Kirche oder sowas wie einen Schlosshof, \u00fcber den der Weg dann weiter geht. Stattdessen er\u00f6ffnet sich vor mir die Altstadt von Pamplona. In dem Augenblick, in dem ich durch das Frankentor gehe, dem <em>Puerta Fr\u00e1ncia<\/em>, bin ich mitten im Geschehen. Ich bin umgeben von Bars, Einkaufsl\u00e4den, Caf\u00e9s und feiernden Menschenmassen. Damit habe ich nun gar nicht gerechnet. Gef\u00fchlt alle Einwohner Navarras tummeln sich in den engen Gassen der Pamploner Altstadt, und ich humpele mitten durch die Menge und wei\u00df gar nicht wo ich \u00fcberhaupt hin soll. Zelten kann ich hier nat\u00fcrlich nicht, deshalb steuere ich die erste gro\u00dfe Herberge an, die ich sehe. Aber da h\u00e4ngt ein Schild, \u00bbSorry, we are full\u00ab. Einer der Leute des Refugios schl\u00e4gt mir die Herberge&nbsp;<em>Jes\u00fas y Mar\u00eda<\/em> vor, die h\u00e4tten bestimmt noch Platz. Die zweite links, die erste wieder rechts und dann sei ich da. Ich bete innerlich, da\u00df noch was frei ist, ich kann einfach nicht mehr.<br>Das Gl\u00fcck ist auf meiner Seite &#8211; ich bekomme eins von nur noch f\u00fcnf freien Betten bei Jesus und Maria! Ich darf auch zwei N\u00e4chte bleiben, mu\u00df allerdings morgen fr\u00fch auschecken und kann dann um zw\u00f6lf Uhr wiederkommen, wenn die Herberge wieder \u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/jak-03-pamplona-tor1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/jak-03-pamplona-tor1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3211\" srcset=\"https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/jak-03-pamplona-tor1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/jak-03-pamplona-tor1-300x169.jpg 300w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/jak-03-pamplona-tor1-768x432.jpg 768w, https:\/\/steffi-luka.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/jak-03-pamplona-tor1.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Frankentor Pamplona<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Jes\u00fas y Mar\u00eda&nbsp;<\/em>ist eine st\u00e4dtische Herberge. Das Geb\u00e4ude wurde 1782 als Kirche und Priesterschule erbaut. Heute stehen auf zwei Etagen hundert Stockbetten nebeneinander in abgeteilten Parzellen. Ich darf heute in die erste Etage, und nat\u00fcrlich bekomme ich auch schon wieder das obere Bett, das gerade mal zehn Zentimeter neben einem anderen steht. Da bin ich ja mal auf meinen unmittelbaren Bettnachbarn gespannt. \u00dcber mir ist die Gew\u00f6lbedecke mindestens zehn Meter hoch. Jedes kleinste Ger\u00e4usch hallt, wie es in einer Kathedrale nun mal so ist. Ein verr\u00fcckter Ort zum Schlafen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Dusche ist eine weitere Herausforderung an diesem Tag. Es ist schwer mich zu sortieren, wenn nur ein Haken in der Kabine ist, an dem ich meine Kleidung, mein Waschzeug, mein Handtuch und die frischen Sachen aufh\u00e4ngen soll. Und da ich heute sowieso nicht mehr klar im Kopf bin, geschieht es, da\u00df ich meinen BH vergesse auszuziehen und obendrein, und das verstehe ich nicht, meine M\u00fctze abzusetzen! Wie konnte ich mit aufgesetzter M\u00fctze mein T-Shirt \u00fcberhaupt ausziehen? Ich mu\u00df sie aus Mangel an H\u00e4nden, w\u00e4hrend ich versucht habe mich zu organisieren, danach wieder aufgesetzt haben. Und jetzt stehe ich da in der Dusche mit BH an und M\u00fctze auf, dicht an die Wand gepresst, weil der Wasserstrahl so schwach ist, da\u00df er nicht weiter reicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin heute nicht gut drauf, als ich durch die Stadt gehe. Ich m\u00f6chte gerne irgendwo gem\u00fctlich ein Bier trinken und mich freuen, da\u00df ich hier bin. Hunger habe ich auch, aber ich kann diese Bocadillos und Tortillas und Tapas, oder <em>Pintxos<\/em>, wie sie hier in der Gegend hei\u00dfen, nicht mehr sehen. Ich m\u00f6chte was zum Essen, das mir schmeckt und das mich satt macht.&nbsp;<br>Mein Telefon klingelt, Aki und Andrew rufen an. Sie haben sich unterwegs getroffen und sind jetzt sechzehn Kilometer hinter mir in Larisson. Beide wollen aber morgen mehr als nur sechzehn Kilometer laufen und werden deshalb nicht in Pamplona bleiben. Schade. Wie gerne h\u00e4tte ich die beiden jetzt bei mir.&nbsp;<br>Schlie\u00dflich gehe ich zu Burger King und kaufe mir einen Burger und Pommes, denn das ist das einzige, das ich runter kriege. Ich nehme an, da\u00df es mir danach besser geht, dem ist aber nicht so. Mir tut alles so weh. Durch meinen gezerrten <em>Musculus gluteus maximus<\/em>, ich nenne ihn mal ganz deutlich \u00bbArsch<em>\u00ab<\/em>, und die dadurch entstandene Schonhaltung beim Wandern, habe ich jetzt auch noch Anzeichen von Blasen an den F\u00fc\u00dfen. Und wo ich meine F\u00fc\u00dfe gerade erw\u00e4hne m\u00f6chte ich nicht vergessen zu bemerken, da\u00df sie zus\u00e4tzlich stark geschwollen und die Fu\u00dfsohlen \u00e4u\u00dferst schmerzhaft sind, und letzteres betrifft gleicherma\u00dfen meine Waden und Schultern. So!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich humpele zur\u00fcck zur Herberge und lege mich aufs Bett. Aber erst mal raufkommen vor lachen. Den Schmerz mal beiseite, jedes Mal wenn ich hoch klettere, kippt das Bett leicht nach vorne und verrutscht dabei. Ich mu\u00df aber immer mal wieder runter, denn ich hab hier oben ja gar keine Vorrichtung zum Ablegen von Sachen. Mein Rucksack liegt unten auf dem Boden. Einmal geht das bestimmt schief und ich schmei\u00dfe das komplette Stockbett um.<\/p>\n\n\n<style>.kb-gallery-id-3136_a3ae00-e1.kb-gallery-ul.kb-gallery-type-fluidcarousel .kt-blocks-carousel figure .kb-gal-image-radius, .kb-gallery-id-3136_a3ae00-e1.kb-gallery-ul.kb-gallery-type-fluidcarousel .kt-blocks-carousel figure .kb-gal-image-radius img{height:600px;}.kb-gallery-id-3136_a3ae00-e1 .kadence-blocks-gallery-item .kb-gal-image-radius, .kb-gallery-id-3136_a3ae00-e1 .kb-slide-item .kb-gal-image-radius img{border-radius:0px 0px 0px 0px;;}.kb-gallery-caption-style-bottom.kb-gallery-id-3136_a3ae00-e1 .kadence-blocks-gallery-item .kadence-blocks-gallery-item-inner .kadence-blocks-gallery-item__caption, .kb-gallery-caption-style-bottom-hover.kb-gallery-id-3136_a3ae00-e1 .kadence-blocks-gallery-item .kadence-blocks-gallery-item-inner .kadence-blocks-gallery-item__caption{background:linear-gradient(0deg, rgba(0, 0, 0, 0.8) 0, rgba(0, 0, 0, 0) 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abends ist Einschluss bei Jesus y Maria. Wer bis dahin nicht zur\u00fcck ist, mu\u00df drau\u00dfen schlafen. Um kurz vor zehn kommt dann mein Bettnachbar, also der, der heute Nacht unmittelbar neben mir schlafen wird: Ein ekeliger italienischer Mann um die f\u00fcnfzig mit einer tief grollenden Stimme. Er stinkt bestialisch nach Zigaretten, Alkohol und nach allem. Dann furzt er und lacht ganz fies mit seinen drei Freunden in den umliegenden Betten, die nicht weniger unangenehm und laut sind. Ich bin schockiert. Das sind doch keine Pilger, oder? Ich stelle mich schlafend um nicht reagieren zu m\u00fcssen. Die Person unter mir bekomme ich gar nicht zu Gesicht. Ich merke nur, da\u00df da jemand liegt, weil mit jeder seiner Bewegungen das Bett h\u00f6llisch wackelt. Ich glaube, das hier ist gerade wirklich eine grenzwertige Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Strecke: 24 km \/ Schritte: 38631<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\" style=\"margin-top:0;margin-right:0;margin-bottom:0;margin-left:0\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"3 Zubiri to Pamplona | full etape | Camino Santiago\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/mqBC9c9_f84?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>My night ends at 6:30. 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