14. Mai, Lewis
Nach der Nacht auf dem Parkplatz des Restaurants sind wir zunächst noch mal zur Ardroil Campsite gefahren, um dort zu duschen. Di und Bert hatten noch Glück, danach ging die Dusche nicht mehr. Wieder trottete ich unverrichteter Dinge in meinem Duschponcho und Schlappen mit Waschbeutel unterm Arm zurück zum Camper.
Gefrühstückt haben wir heute in einem Café in der Gearrannan Blackhouse Village in Carloway. Dieses Dorf wurde so wieder aufgebaut, wie es früher einmal war. Einige der kleinen Häuser sind als Selbstversorger Ferienunterkunft zu mieten. Ein Haus in dem Dorf wurde im Inneren den damaligen Wohnverhältnissen nachgestellt. Darin brannte ein Torf Feuer, das hat vielleicht geduftet…
Wir kletterten auf einen kleinen Hügel und genossen die Aussicht und das erste wirklich trockene Wetter. Mich erinnerte das alles hier sehr stark an eines meiner Lieblingscomputerspiele, in dem ich ein weißes Pferd in einer schottischen Landschaft einfangen mußte. Ich hatte ständig die Musik davon im Kopf.
Es war herrlich hier, ich hätte den ganzen Tag auf diesem Hügel sitzen bleiben können. Ich kam mir vor wie in einer anderen Zeit.
Butt of Lewis
Schließlich machten wir uns auf den Weg nach “Butt of Lewis” – dem nördlichsten Punkt der äußeren Hebriden, eine Landzunge im Nordatlantik. Danach kommt nix mehr außer irgendwann die Faroe Inseln, Island und Grönland. Unterwegs hielten wir Ausschau nach einem inoffiziellen Schlafplatz für die Nacht, denn uns war klar, nach Ardroil wollten wir nicht zurück.
Als wir in Butt of Lewis ankamen, kochten wir uns einen Tee und schnabulierten “gedrehten Kuchen” auf einer Bank neben dem Leuchtturm. Neidisch blickten wir auf zwei Wohnmobile, die auf einer Platform an einer herrlichen Bucht parkten oberhalb der Klippen. Das wäre der perfekte Schlafplatz für die kommende Nacht, denn hier gab es kein Übernachtungsverbot-Schild.
Und das Wetter war noch dazu so schön! Ein schwacher Wind kam ausnahmsweise aus Osten – üblicherweise toben hier starke Wellen und Stürme.
Wir spazierten etwas die Straße runter und standen plötzlich an dieser Platform – ohne die zuvor parkenden Wohnmobile! Wir fackelten nicht lange herum, und während die Männer unsere Wohnmobile vom Leuchtturm holten, hielten Di und ich die Stellung.
Welch fantastische Aussicht! Wir verbrachten eine windstille Nacht an diesem tollen Fleck der Erde, vor uns das Meer mit dem grünsten Wasser in der Bucht Port Stoth. Keine Menschenseele weit und breit, nur brütende Vögel an den Klippen und ein Seehund, der sich auf einem Fels im Wasser sonnt. Unglaublich toll ❤️
15. Mai, Butt of Lewis & Ullapool
Am nächsten Morgen wollten wir gar nicht aufbrechen und zogen die Abfahrt mächtig in die Länge. Aber alle guten Dinge kommen Mal zum Ende, so auch unsere gemeinsame Zeit mit Di und Bert.

In Stornoway tranken wir noch einen Kaffee zusammen, dann trennten sich unsere Wege – Di und Bert fuhren zurück zu Liz und Brandon, und David und ich nahmen die Fähre nach Ullapool, wo wir die nächste Nacht am Ardmair Point verbrachten.
Und was soll ich sagen….. da war eine funktionierende Dusche!!! 👏🏼👏🏼
Und wir hatten Strom! Und es war immer noch trocken! Und wir hatten wieder einen schönen Blick auf’s Wasser, dem Loch Kanaird.
16. Mai, Nairn
Wir sind jetzt in Nairn, einer unserer Lieblingscampingplätze in Schottland. Schön im Wald mit vielen roten Eichhörnchen 🐿
Leider regnet es wieder. Aber wir haben ja Regensachen. David schläft bereits, und ich lausche dem Geräusch der Regentropfen auf das Wohnmobildach:

Hier in Nairn habe ich vor ein paar Jahren das erste Mal den Duft des blühenden Stechginsters wahrgenommen. Seitdem verbinde ich Schottland immer damit. Hundert Nasen möchte ich haben, wenn ich über eine Wiese mit blühendem Stechginster laufe. Heute Nachmittag haben wir dann unseren üblichen Spaziergang zum Strand über die Ginster Dünen gemacht. Die Lärche trällerte rechts, das Meer rauschte links. Das nasse Gras und das Harz der Nadelbäume duftete so intensiv, der Mango-Kokosduft des Stechginsters war auch überall… 💛
Total verrückt: Morgen ziehen wir weiter nach Glen Nevis. Und wer wird dann zufällig auch dort sein? Di und Bert!! Wir haben das unabhängig voneinander gebucht. Und was noch verrückter ist – dieser Campingplatz in Glen Nevis ist riesig! Und unsere Pitches sind fast nebeneinander! 🤣🤣 Also sowas verrücktes…
Ich freue mich 👏👏👏

























